Mindener Bürgerbataillon ist auch für Veränderungen gewappnet

Mindener Bürgerbataillon ist auch für Veränderungen gewappnet

Mindener Bürgerbataillon ist auch für Veränderungen gewappnet 380 253 Mindener Bürgerbataillon e.V.

Stadtmajor Wolfgang Meinhardt zieht positive Bilanz – Ehrungen für langjährige Treue – Erfolgreiche Schützen ausgezeichnet

Stadtmajor Wolfgang Meinhardt war zufrieden – und das brachte der „Chef“ des Mindener Bürgerbataillons im Rahmen des am Donnerstag in der „Scala“ des Victoria-Hotels durchgeführten Bataillons-Appells auch deutlich zum Ausdruck. Sechs Jahre stehe er inzwischen Mindens ältester bürgerlicher Vereinigung vor, drei Freischießen habe er als Stadtmajor bislang bestritten. „In dieser Zeit gab es sowohl im Bataillon als auch in den Einheiten viele bemerkenswerte Veranstaltungen, die sich als Bewahrer der traditionellen Werte ebenso hervortaten, wie als Garant der Kameradschaftspflege.“

Vor weit mehr als hundert Angehörigen des Bürgerbataillons ließ Meinhardt in seinem Jahresbericht noch einmal die wichtigsten Ereignisse seit dem letzten Appell Revue passieren. Personell habe es diverse Veränderungen gegeben. Sowohl in der 1. Kompanie (von Hauptmann Rust auf Oberleutnant Sebening) als auch in der „Sechsten“ (von Hauptmann Fichtl auf Oberleutnant Dorau) seinen Wechsel in der Position des Kompaniechefs, bei den „Reben“ erst kürzlich im Amt des Kompanie-Feldwebels (Feldwebel Günter Everding auf Sergeant Rüdiger Mayer) vorgenommen worden. Sämtliche Einheiten des Bürgerbataillons hätten zudem eine Vielzahl interner Veranstaltungen durchgeführt „und sich jede einzelne damit als wichtiges Rädchen im Gesamtgetriebe Bataillon erwiesen“, so der Stadtmajor.

Höhepunkt in 2006 war unbestritten das Mindener Freischießen, das in diesem Jahr übrigens sein 325-jähriges Jubiläum begeht und sich zu diesem Anlass noch mit einer gebührenden „Geburtstagsfeier“ der Öffentlichkeit präsentieren wird. „Ich möchte an dieser Stelle noch einmal allen Kameraden danken, die sich für das Freischießen engagiert haben.“ Aus seiner Sicht sei insbesondere der Ausmarsch des gesamten Bataillons mit der Rekordteilnahme der jüngeren Vergangenheit von fast 1300 Aktiven und der großen Schar an Mindenern, die die Straßen säumten, ein beeindruckender Moment gewesen, „den man so schnell nicht vergessen wird. Das Freischießen hat sich wieder einmal als das außergewöhnliche und unnachahmliche Fest in Minden präsentiert.“ Ein Fest, das Mindener für Mindener und ihre Gäste auf die Beine stellen würden. Der Schritt, den Paradetag von Freitag auf Samstag zu verschieben, habe sich als richtig erwiesen. Einzig der Wettergott habe an den Freischießen-Tagen nicht wie erhofft mitgespielt, was der Qualität des Festes „Zwischen Rathaus und Dom“ allerdings keinen Abbruch tat.

„Wir setzen uns für 2008 trotzdem hohe Ziele, wollen das Freischießen noch runder machen und die Besucherzahlen weiter steigern“, blickt Wolfgang Meinhardt nach vorn. „Unsere Kommissionen sind mit der Erstellung von Grobkonzepten bereits in die Planung des nächsten Freischießens eingestiegen.“ Das findet übrigens in der letzten Ferienwoche 2008, vom 14. bis 17. August statt. „Ob im bisherigen Rahmen oder aber mit verändertem Gesicht, das wird der Fortgang der Planungen und Umsetzungen der Domhof-Galerie zeigen. Aber so oder so wird das Mindener Bürgerbataillon gewappnet sein. Schon heute liegt eine grobe Ersatzplanung vor, mit der betroffene Einheiten auf mögliche Baumaßnahmen und den damit verbundenen Verlust ihrer bisherigen Freischießen-Quartiere reagieren können.“

Neben dem traditionellen Mindener Freischießen habe sich noch eine andere Veranstaltung des Bürgerbataillons fest etabliert und einen hohen Stellenwert in der Gesellschaft erlangt. „Unser Herrenabend im Januar ist mittlerweile eine in Minden anerkannte Veranstaltung, ein Abend der Begegnung, der sich einer großen Resonanz erfreut.“ Bei einer Teilnahme von annährend 600 Gästen sei hier jetzt aber die Kapazitätsgrenze erreicht.

Nach der traditionellen Überreichung der „Königs-Zehnen“ durch den Stadtmajor an die beiden amtierenden Freischießen-Majestäten, Unteroffizier Detlev Dath (3. Kompanie) und Ehrenvizefeldwebel Friedrich Wischmeier (4.), sprach Bataillons-Zahlmeister Leutnant Stefan Drewes von einer zufriedenstellenden Kassenlage. Für den ausscheidenden Kassenprüfer Ehrenvizefeldwebel Klaus Holthaus wurde Ehrenfeldwebel Günter Everding neu gewählt.

Schießoffizier Oberleutnant Siegfried Stärke wusste von einer gleichbleibenden Teilnahme an den Schieß-Veranstaltungen der Einheiten zu berichten und teilte mit, dass insgesamt 32 Schützen die Anforderungen für die unterschiedlichen Bataillons-Schießabzeichen erfüllt hätten. Besonders geehrt wurden dabei Unteroffizier Harald Schaper, die Vizefeldwebel Ulrich Schulze und Helmut Reck sowie Ehrenvizefeldwebel Manfred Kanehl (alle 3. Kompanie), die erstmals das Abzeichen in Gold errangen. Zum fünften Mal die Anforderungen für „Gold“ erfüllte Sergeant Erich Kruse (1.), zum zehnten Mal die Ehrenvizefeldwebel Harry Bernd (1.) und Gerhard Lohmeier (4.). Stärke hob besonders drei Kameraden hervor: Bereits zum 14. Mal hätten Ehrenfeldwebel Erwin Stuhlert (3.), Ehrenvizefeldwebel Horst Kirmes (3.) und Korpsfeldwebel Joachim von Salzen (Tambourkorps) die Bedingungen für das goldene Schießabzeichen erfüllt. Daneben lobte der Schießoffizier den ältesten Teilnehmer am Pistolenschießen: Ehrenvizefeldwebel Siegfried Welp (2.) habe im Alter von 75 Jahren das bronzene Pistolenschießabzeichen errungen.

Seit dem 5. Juni 1956 gehört Franz Sedlak dem Mindener Bürgerbataillon an. Dafür wurde dem Ehrenvizefeldwebel der 1. Kompanie auf dem Bataillons-Appell von Stadtmajor Wolfgang Meinhardt das Ehrenzeichen in Gold verliehen. Für 40-jährige Treue zeichnete Meinhardt sechs verdiente Kameraden mit dem Ehrenzeichen in Silber aus: Oberleutnant Wiethold Döring (1), die Ehrenvizefeldwebel Helmut Hauptmeier (1.), Friedrich Eilers (3.), Horst Riensche (3.) und Manfred Zalubski (3.) sowie den Vizeoberwachtmeister Uwe Müller (Eskadron). Für 25-jährige Zugehörigkeit wurde Oberleutnant Hans-Werner Hannemann (3.), den Ehrenvizefeldwebeln Kurt Wehrmann (1.), Friedhelm Bake (1.), Frederic de Jong (2.), Horst Kirmes (3.), Karl Schwandt (3.), Ralf Bertelmann (5.), Bernhard Horstmann (5.), Manfred Pieper (5.), Alfred Riechmann (5.), Lothar Abruszat (6.), die Vizeoberwachtmeistern Klaus Langenkämper (Esk.) und Wolfgang Wagner (Esk.) sowie den Vizefeldwebeln Wolfgang Detering (3.) und Jürgen Gronert (6.) das Ehrenzeichen des Mindener Bürgerbataillons in Bronze verliehen.

Abschließend ging Stadtmajor Wolfgang Meinhardt auf einige bereits terminierte Veranstaltungen des Mindener Bürgerbataillons ein. Das wird sich bereits am kommenden Samstag (5. Mai) wieder in den Dienst seiner Heimatstadt stellen. Unter dem Motto „Minden putzt sich“ werden Kameraden des Bataillons Mindens „grüne Lunge“, das Glacis, von Unrat befreien, insbesondere die Kinderspielplätze. Treffen ist um 9.45 Uhr an der Schiffmühle. Eine Woche später, am Samstag, 12. Mai, werden in Zusammenarbeit mit Minden Marketing wieder die Blumenampeln in der Innenstadt installiert. Hierzu trifft sich das MBB um 10 Uhr unter der Rathauslaube. Anschließend übernimmt Woche für Woche immer eine Einheit den erforderlichen Gießdienst. Am Samstag, 11. August, wird es dann sportlich. Auf der Weser ermitteln neun Teams des MBB ihren Bataillons-Drachencupsieger. Zum letzten Mal geht am 9. September das Bataillons-Vergleichsschießen auf dem Stand an der „Friedenseiche“, der anschließend dafür nicht mehr zur Verfügung steht, über die Bühne. Gefeiert werden soll neben dem 325-jährigen Jubiläum des Freischießens in diesem Jahr allerdings auch: Am 10. November richtet das Bataillon den traditionellen Bataillons-Königsball in der Stadthalle aus. Auch hierzu werden wieder knapp 500 Gäste erwartet.