Klaus Piepenbrink hat das Kommando

Klaus Piepenbrink hat das Kommando

Klaus Piepenbrink hat das Kommando 380 227 Mindener Bürgerbataillon e.V.

Zum neuen Stadtmajor ernannt – Wolfgang Meinhardt verabschiedet – Beförderung zum Oberstleutnant

Klaus Piepenbrink ist der 37. Stadtmajor des Mindener Bürgerbataillons. Bei einem Übergabeappell im Rathaus ernannte Bürgermeister Michael Buhre den 59-Jährigen zum Nachfolger von Wolfgang Meinhardt. Nach einigen routinierten Handgriffen saßen die neuen Abzeichen auf Klaus Piepenbrinks Schultern. Feine Röhrchen aus Golddraht, so genannte Kantillen, kennzeichneten in alten Zeiten die Epauletten (Schulterstücke) eines Majors. Minuten zuvor hatte Michael Buhre dem Rittmeister und ehemaligen Chef der Bürger-Eskadron das Stadtmajorspatent überreicht und ihn damit formal in das Amt berufen, in das er im Sommer gewählt worden war.

Piepenbrinks Vorgänger Wolfgang Meinhardt hatte sich eine Übergabe der Bataillonsführung im kleinen Kreis gewünscht, und so nahmen Mittwochabend die Chefs der sechs Bürgerkompanien, von Eskadron, Tambouren und Junggesellen mit ihren Feldwebeln und die neun Fahnengruppen im kleinen Rathaussaal Aufstellung. Meinhardt machte von seinem Recht, mit dem Ausscheiden noch einmal Ehrungen zu verleihen, in abgewandelter Form Gebrauch: Die sieben Kompaniefahnen, die Eskadron-Standarte und der Schellenbaum erhielten je einen Fahnennagel mit seinem Namen, den Jahreszahlen 2001-2007 und dem Stern des preußischen Ordens vom Schwarzen Adler. Dessen Motto sei „Suum cuique“ – „jedem das Seine“. Dieser Begriff aus der römischen Rechtsgeschichte lasse sich auch auf das Bataillon anwenden: Viele machten die Arbeit – und so wolle er jedem das Seine zukommen lassen, betonte Meinhardt.

Das Amt des Stadtmajors bedeute, sich Herausforderungen zu stellen, betonte Michael Buhre, nach den Statuten oberster Dienstherr des Bürgerbataillons. Die Hauptaufgabe sei es, Zugänge zum Brauchtum des Freischießens zu schaffen. Tradition in moderner Verpackung lebendig zu halten, bedeute auch, dass man dabei nicht nur Jubelrufe ernte. Buhre würdigte Wolfgang Meinhardts Amtszeit und die mit ihr verbundenen Neuerungen – Junggesellenkompanie, Freischießen für Kinder, aber auch die erste Auszeichnung einer Frau mit dem Bataillonsorden. Jenseits des Freischießens lobte das Stadtoberhaupt das vielseitige Engagement der Kompanieangehörigen für die Stadt – ob bei Spendenaktionen, bei „Minden räumt auf“ oder „Minden blüht auf“. Er statte „offiziell und persönlich“ Dank ab, auch angesichts vieler Erinnerungen an sein erstes Freischießen im August 2006. Auch ihm habe Wolfgang Meinhardt einen Zugang zum Freischießen geschaffen: „Das wird bleiben.“ Anschließend entband Buhre Meinhardt von seinen Pflichten und beförderte ihn mit dem Ausscheiden zum Oberstleutnant.

Nach der Einsetzung ins Amt und der Übernahme von Dienstsiegeln und -papieren fiel Stadtmajor Piepenbrinks Antrittsrede kurz aus. Auch angesichts des relativ kleinen Kreises an diesem Abend werde er die Aktiven des Bataillons demnächst noch in einem anderen Rahmen über seine genauen Vorstellungen, auch mit Blick auf das nächste Freischießen im August 2008 orientieren, kündigte der Stadtmajor an.

Das Mindener Bürgerbataillon nach außen zu öffnen, war ihm besonders wichtig, erklärte Stadtmajor a.D. Wolfgang Meinhardt im MT-Gespräch. Denn das „MBB“ stehe für die Bürgerschaft. Und so sei es für ihn selbstverständlich gewesen, ein Stadtmajor zum Anfassen zu sein, der für die Transparenz des Bürgerbataillons gestanden habe. Meinhardt betonte aber auch, dass die Aufgaben nur im Team gelöst werden konnten. Er sei froh, viele Dinge angegangen zu sein, die längst überfällig gewesen seien. So die Verlegung des Freischießen-Haupttages auf Samstag. Wolfgang Meinhardt verwies zudem auf die große Unterstützung, die das Bataillon durch die Mindener Pioniere erfahren habe.

Martin Steffen (Mindener Tageblatt)

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