Würdigung großer Verdienste

Würdigung großer Verdienste

Würdigung großer Verdienste 800 579 Mindener Bürgerbataillon e.V.

Oberst Thomas Greggersen und Unternehmer Wilhelm Fahrenkamp tragen sich in das Ehrenbuch des Mindener Bürgerbataillons ein

In ihrer wechselvollen Geschichte hat die Stadt Minden schicksalhaft Soldaten als Freund und Feind in ihren Mauern beherbergt. Die Truppen des Soldatenkönigs und Friedrich des Großen weilten in Mindens Mauern, und auch Schweden und Franzosen bezogen als Besatzer hier Quartier. Später waren es Streitkräfte der Alliierten, die in der alten Garnisonstadt Einzug hielten. Besonders stark ist die Erinnerung an die Zeit, als die Weserstadt zu Preußen gehörte und die Soldaten des “Alten Fritz” Seite an Seite mit dem Bürgerbataillon für die Sicherheit dieser Außenbastion Preußens verantwortlich zeichneten. Die Truppen des Kaiserreichs brachten Minden endgültig den Ruf einer Garnisonsstadt und hinterließen nachhaltig durch Bauwerke aus dieser Zeit Geschichtsdenkmäler, die an diese Epoche der Mindener Stadtentwicklung heute noch erinnern.

Mit diesem Rückblick begrüßte Stadtmajor Gäste und Kameraden des Mindener Bürgerbataillon im Quartier der 2. Kompanie, der „Tonne“, im Gewölbe des Mindener Rathauses zum bevorstehenden Ehrenbucheintrag zweier besonderer Persönlichkeiten. Unter den Gästen weilten der Staatssekretär a.D. und Ehrenpionier der ersten Stunde, Lothar Ibrügger, der Kommandeur des PiRgt 100, Oberst Thomas Greggersen mit seinem Stellvertreter, Oberstlt Reinhard Großkopf sowie der Kommandeur des sPiBtl 130, Oberstleutnant Hans-Martin Gieseler mit seinem Stellvertreter, Oberstleutnant Marc Bögehold. Außerdem begrüßte Pecher den Unternehmer Wilhelm Fahrenkamp und den 1. Polizeihauptkommissar a.D. Günther Becker, den Pfarrer der Martinikirche, Christoph Ruffer, die Leitende Lokalredakteurin Monika Jäger vom Mindener Tageblatt, die erste Majestät des Freischießens 2014, Sergeant Bernd Finster von der 5. Kompanie, die Oberstleutnante und Stadtmajore a.D. Klaus Piepenbrink und Klaus-Albert Birkenkämper sowie den ältesten anwesenden Offizier, Rittmeister Wilhelm Nolte, von der Bürger-Eskadron. Für alle Anwesenden, die sich bereits in das Ehrenbuch eingetragen hatten, hieß der Stadtmajor stellvertretend den Ehrenbürger der Stadt Minden und Ehrenpionier, Bürgermeister a.D. Heinz Röthemeier und den Dipl.-Braumeister Ernst-Ludwig Barre aus Lübbecke, sowie Oberstleutnant a.D. Hans-Joachim Richter und den Reitlehrer Jürgen Schünemann willkommen.

Anschließend erinnerte der Stadtmajor abermals an die militärische Vergangenheit der Stadt Minden. „Auch heute sind und bleiben in der Herzog-von-Braunschweig-Kaserne in Minden Soldaten beheimatet und setzen die traditionsreiche Vergangenheit der Stadt Minden fort.“ Nach dem 2. Weltkrieg zogen am 3. Februar 1959 wieder Soldaten, und zwar Pioniere, in Minden ein. Die Aufgabe der Pioniere ist es unter anderem „Brücken zu schlagen“. Dieser Aufgabe seien seinerzeit der Kommandeur Oberst Buchhorn und Stadtmajor Ronicke nachgekommen und hätten Kontakte, die in Patenschaften zwischen den Kompanien der Bundeswehr und des Mindener Bürgerbataillons, mit Urkunden und Fahnenbänder festgeschrieben wurden, geknüpft. Im Oktober 1993 sei offiziell die Patenschaft der Mindener Pioniere zur Stadt Minden geschlossen worden, die trotz der vielen strukturbedingten Veränderungen der Bundeswehr bis heute Bestand habe. „Dieser Fortbestand kann insbesondere in der heutigen Gesellschaft nur erfolgreich weitergeführt werden, wenn er von den zuständigen Kommandeuren und den verantwortlichen Funktionsträgern gefördert und befürwortet wird. Die Verbindung der Wirtschaft zur Bundeswehr ist 1999 als Rahmenvereinbarung zwischen dem Bundesminister der Verteidigung und der Deutschen Wirtschaft geschlossen worden. Das Mindener Bürgerbataillon hat sich seit jeher als Bindeglied zu diesen beiden Organisationen verstanden. Viele ehemalige Soldaten der Bundeswehr haben im Kreis Minden-Lübbecke ihre neue Wahlheimat gefunden. Ausscheidende Zeitsoldaten einen neuen Arbeitgeber und nicht wenige sind dem Bürgerbataillon beigetreten.“

Deshalb sei es ihm und seinen Kameraden eine besondere Ehre, dass sich nun Persönlichkeiten aus der Bundeswehr und der Wirtschaft der Region in das Ehrenbuch des Mindener Bürgerbataillons, das 1968 vom damaligen Bürgermeister der Stadt Minden, Werner Pohle, gestiftet wurde, eintragen würden. Bislang seien darin 89 Eintragungen enthalten, davon elf Soldaten und vier Unternehmer!

In den Statuten sei u.a. festgelegt, dass dieses Ehrenbuch der Pflege der Tradition und der steten Erinnerung an Ereignisse der altehrwürdigen Institution dienen solle. Weiter wurde festgelegt, dass die Eintragung eine besondere Auszeichnung sein soll.

Geehrt werden können

  • namhafte Gäste des Mindener Bürgerbataillons;
  • Angehörige des Bürgerbataillons, deren Namen durch besondere Leistungen und Einsatz unseren Nachfahren in Erinnerung bleiben soll;

und

  • Nichtangehörige des Bataillons, die sich um das Mindener Freischießen und das Mindener Bürgerbataillon verdient gemacht haben.

Die Präambel lautet:

Möge dieses Buch kundtun, welche Anerkennung und Wertschätzung das Mindener Bürgerbataillon auch außerhalb unserer Vaterstadt erfahren hat, und welche Personen sich besondere Verdienste um sein Bestehen und seine Entwicklung erworben haben.

„Heute bittet das Mindener Bürgerbataillon einen weiteren Soldaten, sich in das Ehrenbuch einzutragen, die höchste Auszeichnung, die das Mindener Bürgerbataillon zu vergeben hat. Anschließend dann einen Unternehmer, der uns jederzeit mit Rat und Tat zur Seite steht.“

Oberst Thomas Greggersen, Kommandeur des Pionierregiments 100, sei in kürzester Zeit ein hervorragender Mittler zwischen dem Bürgerbataillon und der Gesellschaft geworden. Stadtmajor Pecher vor der Eintragung: „Er hatte stets ein offenes Ohr für die Belange von Mindens altehrwürdigen Institution.“ Sein deutliches Bekenntnis zu der gelebten Tradition in der Stadt Minden und sein persönliches Engagement hätten ihn zu einem vorbildlichen Wegbereiter für eine weitere vertrauensvolle Gestaltung der Patenschaft gemacht.

Auch der Unternehmer und Gründer von Porta Möbel, Wilhelm Fahrenkamp, erfülle die Kriterien zur Eintragung schon seit vielen Jahren. „Wie wichtig heimische Unternehmen insbesondere Familienunternehmen für eine Region sind, wird in Minden-Lübbecke besonders deutlich. „Selbst“ und „Ständig“ in einem Unternehmen bedeutet neben der Familie wenig Raum für zusätzliche Aktivitäten im Umfeld. Umso mehr gilt es deshalb langjähriges und geräuschloses Engagement zu würdigen“, so Stadtmajor Heinz-Joachim Pecher.