Frei schießen
Das Fest mit Tradition
06. – 09. August 2026
Alle zwei Jahre feiert Minden sein Freischießen. Dann zieht das Bürgerbataillon, begleitet von Musik, Uniformen und guter Stimmung, durch die Stadt. Was vor Jahrhunderten als militärische Übung begann, ist heute ein Fest für alle Generationen.
Das Freischießen gehört zu Minden wie die Weser und der Dom. Es bringt Menschen zusammen, die ihre Stadt lieben und ihre Geschichte lebendig halten. Ob beim Zapfenstreich, beim Königsschuss oder beim Festumzug – überall spürt man den Stolz und die Freude, Teil dieser Gemeinschaft zu sein.
Hier geht es um Zusammenhalt, um Freundschaft und um das Gefühl, zu Hause zu sein. Wer einmal dabei war, versteht, warum das Freischießen mehr ist als nur ein Fest: Es ist ein Stück vom Mindener Herzen.
Geschichte
Vor über 300 Jahren begann in Minden etwas, das bis heute Menschen verbindet. Bürger trafen sich, um ihre Stadt zu schützen und ihre Schießkunst zu präsentieren. Wer das Ziel traf, war „frei geschossen“ und von bestimmten Pflichten befreit. So entstand der Name „Freischießen”.
Aus Pflicht wurde Freude, aus Übung entstand Gemeinschaft. Mit der Zeit kamen Musik, Uniformen und Fahnen hinzu. So wurden aus den Schießübungen Feste, die Minden bis heute bewegen und verbinden.
Der Auftakt beginnt mit dem Grünholen. Früh am Morgen ziehen die Kompanien in die Wälder rund um Minden. Sie holen frisches Birkengrün, mit dem sie die Stadt schmücken und in ein Meer aus Farbe und Leben verwandeln.
Es folgen die großen Momente: das feierliche Einholen der Fahnen, der Ausmarsch durch die Stadt, das Königsschießen und der Zapfenstreich bei Fackelschein. Jeder dieser Augenblicke erzählt ein Stück Mindener Geschichte.
Das Freischießen steht für Heimat, Gemeinschaft und Verantwortung. Es zeigt, wie lebendig Tradition bleibt, wenn Menschen sie mit Freude weitertragen.
Die Könige des Freischießens
Alle zwei Jahre erreicht das Freischießen seinen Höhepunkt. Dann greifen die Mitglieder des Mindener Bürgerbataillons selbst zum Gewehr. Geschossen wird aus einer Entfernung von fünfzig Metern. Die beiden Schützen mit den besten Treffern werden Könige.
Der erste König trägt eine silberne Krone, der zweite eine goldene Krone aus Messing. Beide sind über zweihundert Jahre alt und zählen zu den ältesten Insignien des Bürgerbataillons. Ihr materieller Wert ist gering, ihr geschichtlicher Wert hingegen unschätzbar. Da die Originale empfindlich sind, werden sie im Mindener Museum aufbewahrt. Während des Festes tragen die Könige detailgetreue Nachbildungen, die nach dem Freischießen ebenfalls dorthin zurückkehren.
Zur Erinnerung an ihre Regentschaft erhalten beide Könige den Königsorden. Jedes Stück wird in Handarbeit aus Silber und Gold gefertigt und mit feinen Gravuren sowie dem Mindener Stadtwappen verziert.