4. Kompanie

Die Eiserne Vierte

die 4., die marschiert erst recht

Der Ausmarsch als Wachkompanie im Jahre 1908 verlieh der 4.Kompanie ihren Ruf “Eiserne Vierte”. Petrus wollte wohl die 4./MBB an diesem Tage besonders testen. Eisige Stürme und strömender Regen sandte er zur Erde, so dass die letzten Zuschauer in die Häuser flüchteten. Kaum ein Mindener Bürger glaubte, dass die 4.Kompanie unter solch misslichen Wetterverhältnissen ausmarschieren würde. Doch der Wachoffizier Leutnant Gremmels verkündete: “Und ist das Wetter noch so schlecht, die 4., die marschiert erst recht. Eisern hat sie ihren Weg genommen, wie der Kompaniebefehl ihn aufzeigte. Das brachte ihr nicht nur die ungeteilte Anerkennung, sondern auch die Auszeichnung: ” Die Eiserne Vierte “

Geschichte

Die 4./MBB ist am Wall zu Hause, mitten in der Mindener Altstadt, zwischen Windloch und Bartlingshof, Ritterstraße und Königswall. Bis an die Stadtgrenze im Westen zwischen Königstraße und Hahler Straße erstreckt sich der Kompaniebereich der “Eiserner Vierten”. Und natürlich gehört die Wohnnachbarschaft rund um den Mittelweg genauso zur Kompanie, wie seit eh und je die Altstadt mit ihren Kneipen und der Martinikirche, die einstige Ratskirche der Festung Minden sowie dem Mindener Museum. Das historische “Kuhtor”, früher im Bereich des Königswalls und der Königsstraße zu finden, öffnete seinerzeit die Grenzen weit zum Westen.

Kompaniequartier: Seit 2006 ist die „Eiserne Vierte“ im Dominikanerkloster „St.Pauli“ in der Alten Kirchstraße beheimatet, hegt und pflegt somit ein echtes Schmuckstück der Mindener Geschichte. 

Der genutzte Gebäudeteil stellt das ehemalige Refraktorium (Speisesaal) eines wesentlich größeren Klosterkomplexes da. Im Jahre 1236 ist urkundlich die Ankunft der Dominikaner in Minden erwähnt. Der Gebäudekomplex wurde bei einem Brand beschädigt und wurde daraufhin an Mönche des Dominikanerordens verschenkt. Diese haben den ehemaligen „Hof von Beldersen“ (zwischen Münze und Königswall) teilweise umgebaut und wieder in Stand gesetzt.

Kompaniespruch: Wie jede Kompanie des Bürgerbataillon hat auch die 4./MBB einen Kompaniespruch und einen Trinkspruch. Mit dem Kompaniespruch werden neu aufgenommen Kameraden verpflichtet. Der Kompaniespruch lautet: „Acht, was echt ist, Ächt, was schlecht ist, verfecht was recht ist.“

Immer, wenn sich jemand bewogen fühlt, Kompaniemitglieder als auch Gäste, für die anwesenden Kompaniemitglieder eine Runde Bier zu bestellen, bedankt sich die Kompanie mit dem kompanieeigenen Trinkspruch. Der jeweils dienstälteste oder ranghöchste Kamerad wird dann als Vorsprecher fungieren und ausrufen: “Prost Eiserne” die anwesenden Kompaniemitglieder antworten dann mit: “Vierte” Dieser Vorgang wiederholt sich dann noch zweimal. Anschließend wird der Vorsprecher ausrufen: “Kipp” die anwesenden Kompaniemitglieder antworten dann mit: “Um” Auch dieser Vorgang wiederholt sich dann noch zweimal. Erst dann darf getrunken werden.

Kleiner Tipp am Rande, wenn Ihnen zu Ehren der Trinkspruch erklingen soll, besuchen Sie uns doch einmal oder auch zweimal beim Freischießen. Geben einen oder auch mehrere aus. Jedes Mal wird dann der Trinkspruch Ihnen zu Ehren erklingen.

Fahne: Die Einweihung der Fahne fand am 29.April 2005 mit Gottesdienst unter Beteiligung zahlreicher Gäste der Patenkompanie der Bundeswehr, dem Tambourkorps, Fahnen- und Standartengruppen des Mindener Bürgerbataillon sowie der Bevölkerung in der St. Martini Kirche, Ratskirche zu Minden statt.

Sie misst 1.10m x 1.20m und ist aus Fahnenrips in doppelter Stofflage mit Zwischenfutter.
Vorderseite der Fahne: hell, mit Stadtwappen der Stadt Minden, umgeben mit einem Eichenlaubkranz und blauen Kornblumen.

Rückseite der Fahne: blau mit Silhouette der Stadt Minden bzw. des Kompaniebereichs.
Aufschrift: 4. KOMPANIE; MINDENER BÜRGERBATAILLON (KOE THOR-Name des Stadttores im Kompaniebereich). Diese Gestaltung führt auf die Vorgängerfahne 1966-2005 zurück und ist unverändert übernommen worden.

Fahnenspitze: Messing mit Heiligem St. Martin. Diese Spitze ist ebenfalls von der vorherigen Fahne übernommen worden. Gleiches ist bereits bei einer Kompaniefahne, welche von 1900 bis 1966 in Dienst war und eine Fahnenspitze von 1814 hatte, geschehen.

Die Damen der Kompanie spendeten ein Fahnenband mit dem Kompaniespruch: „Acht was echt ist ächt was schlecht ist verfecht was Recht ist!“

Stadtmajore aus der Reihe der 4./MBB waren

1910 – 1913 Carl Marowsky Buchhändler

1921 – 1924 Adolf Wember Kaufmann

1929 – 1934 Wilhelm Grönegress Kaufmann

1939 – 1963 Karl Ronicke Fabrikant

Kompanieleben: Wer die 4. Kompanie des Mindener Bürgerbataillon kennenlernt, spürt schnell: Hier geht es um weit mehr als Uniformen und Antreten. Die „Eiserne Vierte“ ist vor allem eine Gemeinschaft – gewachsen aus Tradition, getragen von Freundschaft und geprägt von echtem Miteinander. Neben den traditionellen Veranstaltungen wie monatlichen Kompanieversammlungen, Gewehrreinigen, regelmäßiges Schießtraining und nicht zuletzt das Freischießen, stehen regelmäßig Termine im Kalender, die die Freundschaft pflegen. Dabei stehen nie Rang oder Titel im Mittelpunkt, sondern die Kameradschaft. Neue Mitglieder werden nicht einfach aufgenommen – sie werden begrüßt und Teil einer gewachsenen Gemeinschaft.

Besonders stolz sind die Kameraden der 4. Kompanie auf ihre Frauen, die sich mit dem sogenannten „Damenkränzchen“ aktiv im Kompanieleben einbringen. Sie unterstützen bei vielen Veranstaltungen und richten neben regelmäßigen Treffen auch eigene aus.

Besonderheit

Sehr stolz sind die einzelnen Kompanien des Mindener Bürgerbataillons auf kompanieeigene Besonderheiten. Die „Eiserne Vierte“ genießt als einzige Einheit des Bürgerbataillons das Privileg, “a la Suites” zu ernennen. Dieser aus dem Französischen übernommene Begriff bedeutet auf Deutsch: “zur Seite “.

Diese “a la Suites” werden nur begrenzt und gezielt ernannt. Damit kam eine besondere Auszeichnung ehrenhafter Mindener Bürger, denen es aus bestimmten Gründen nicht möglich war, “aktiv” zu sein und in das Stadtoffiziercorps einzutreten, zum Ausdruck.

Voraussetzung für die Ernennung war die zum Ausdruck gebrachte, enge Verbundenheit mit der “Eisernen Vierten”, die sich auch mit Rat und Tat zu erweisen hatte. Wie aus den Protokollen hervorgeht, hat die 4. Kompanie bei der Wahl ihrer “a la Suites” stets eine gute Hand gehabt. Sie brachten nicht nur wertvolle Unterstützung, sondern würzten das Kompanieleben mit Frohsinn und Humor und stellten sich immer gerne zur Verfügung, wenn die Kompanie ihre Hilfe benötigte. Gleiches taten sie auch für das Bataillon. Aus diesem Grund ist die “Eiserne Vierte” auch besonders stolz auf ihre “a la Suites”.

Derzeit befindet sich in den Reihen der 4.Kompanie zwei Hauptmänner und ein Leutnant.

Offiziere a la Suite können im Jahre nach dem Freischießen auf Antrag Mitglieder der Kompanie und Offiziere a la Suite werden, sie gehören ausschließlich zum Gefolge des Kompaniechefs und können als dessen Berater hinzugezogen werden.

Die Offiziere a la Suite tragen als Dienstanzug einen schwarzen Anzug, einen schwarzen Zylinder mit Eichenlaub links, schwarze Schuhe und schwarze Strümpfe, einen schwarzen Querbinder, außerdem am linken Jackenrevers die blaue Kornblume und auf der Brusttasche das “kleine Hörnchen”. (ein “Stern”: Oberleutnant; zwei “Sterne”: Hauptmann).

Kompanieführung

Eisern geführt, fest verankert

1. Kompaniechef:

2. Kompaniefeldwebel („Spieß“):

Was läuft bei der Eisernen Vierten?

Ob Regen oder Sonnenschein, die Vierte ist dabei