Bataillon / Mitgliedschaft

Mitglied des Bürgerbataillons kann jeder unbescholtene Mindener Bürger werden. Gesellschaftliche Stellung, Parteizugehörigkeit, Herkunft, die finanzielle Lage oder Konfessionszugehörigkeit des Bewerbers spielen dabei keine Rolle. Da das Bürgerbataillon ein Traditionsverein ist, erfüllt es von seiner Aufgabe und dem Charakter her die Voraussetzungen für einen ständigen Weiterbestand. Es kommt immer darauf an, dem in den Statuten und der Satzung festgelegten Zweck zeitentsprechend gerecht zu werden.

Das Bürgerbataillon ist die älteste bürgerliche Vereinigung der Stadt Minden. Die Mitgliedschaft in dieser altehrwürdigen Institution bedeutet gleichzeitig eine Verpflichtung gegenüber der Vaterstadt.

Mitglieder-Neuzugänge werden sehr begrüßt, vor allem aus den jüngeren Jahrgängen. Bei den Auswahlkriterien steht die Fähigkeit zum kameradschaftlichen Zusammenleben, verbunden mit der Treue und Liebe zum Bürgerbataillon und zur Vaterstadt Minden im Vordergrund.

In jedem Falle erhält ein Aufnahmebewerber in mehreren Versammlungen und Veranstaltungen, zu denen er eingeladen wird, die Gelegenheit, sich mit den Gepflogenheiten der betreffenden Einheit vertraut zu machen. Hält er seine Bewerbung aufrecht, wird nach demokratischen Grundsätzen von den Offizieren und Chargierten der Einheit die Wahl vorgenommen. Verläuft sie positiv, wird vom Stadtmajor die Ernennungsurkunde zum Unteroffizier ausgefertigt, die der Einheitschef dann in der nächsten Versammlung in feierlicher Form dem neuen Mitglied des Bürgerbataillons aushändigt.

Beförderungen erfolgen dann in der Regel nach jeweils fünf Jahren.

Wird ein neuer Feldwebel, der „Spieß“ oder die „Mutter der Kompanie“ (bei der Eskadron Oberwachtmeister) benötigt, so wählt die Einheit sich diesen aus ihrem Chargierten-Korps selbst. Die Einführung eines neuen „Spieß“ ist ein besonders feierlicher Akt, bei dem der Stadtmajor mit seinen Adjutanten, der Bürgermeister, der Stadtdirektor und eine Abordnung der Patenkompanie der Bundeswehr anwesend sind.

Die Wahl von Offizieren nimmt das Stadtoffizierskorps vor, das seine Sitzungen grundsätzlich im kleinen Sitzungssaal des Rathauses abhält. Auch hier wird nach parlamentarischen Grundsätzen verfahren. Eine Einstimmigkeit wird heute nicht mehr gefordert. Ein Bewerber wird in einer Stadtoffizierssitzung in der Regel von dem betreffenden Einheitschef vorgeschlagen. Zur

Wahl steht er aber erst in der nächsten Stadtoffizierssitzung. Zwischen Vorschlag und Wahl soll mindestens ein Zeitraum von einem Monat liegen. Diese Zeit soll dazu dienen, dass eventuelle Bedenken von einem Stadtoffizier an den Stadtmajor herangetragen werden können. Da die Vorschläge meistens aus den Einheiten des Bürgerbataillons kommen, sind sie sehr abgewogen. Vielfach handelt es sich auch um langjährig bewährte Chargierte. Das ist aber keine zwingende Notwendigkeit. Zum Offizier kann jeder unbescholtene Mindener Bürger vom Stadtoffizierskorps nach den genannten Regeln gewählt werden. Gleiches gilt für die Wahl zum Stadtmajor. Auch hier wählt das Stadtoffizierskorps in alleiniger Zuständigkeit. Bei allen Wahlen wird geheim abgestimmt, wenn es ein Sitzungsteilnehmer fordert. Sonst sind die Wahlen offen.

Früher oblag das Recht zur Bestätigung und Einführung eines neuen Stadtoffiziers und auch des Stadtmajors dem Rat der Stadt Minden, da es sich beim Bürgerbataillon um eine städtische Einrichtung handelte. Es zeugt noch heute von der engen Verbindung des Bürgerbataillons zur Stadt Minden, dass sich der Bürgermeister in Beachtung und Würdigung der Statuten der Stadt Minden vom 13. Oktober 1838 Lit. C No. 2 bereit findet, die Ernennungsurkunde zum Stadtoffizier und auch zum Stadtmajor zu unterzeichnen und seine Einführung im kleinen Sitzungssaal des Rathauses in feierlicher Form selbst vorzunehmen.

Die Beförderung von Stadtoffizieren nach ungefähr fünf Jahren obliegt dem Stadtmajor.