Bataillon / Bürgerbataillon und Bundeswehr

Eine wechselvolle Geschichte:

In ihrer wechselvollen Geschichte hat die Stadt Minden schicksalhaft Soldaten als Freund und Feind in ihren Mauern beherbergt. Die Truppen des Soldatenkönigs und Friedrich des Großen weilten in Mindens Mauern, und auch Schweden und Franzosen bezogen als Besatzer hier Quartier. Später waren es Streitkräfte der Alliierten, die in der alten Garnisonstadt Einzug hielten. Besonders stark ist die Erinnerung an die Zeit, als die Weserstadt zu Preußen gehörte und die Soldaten des „Alten Fritz“ Seite an Seite mit dem Bürgerbataillon die Sicherheit dieser Außenbastion Preußens sicherten. Die Truppen des Kaiserreichs brachten Minden endgültig den Ruf einer Garnisonsstadt und hinterließen nachhaltig durch Bauwerke aus dieser Zeit Geschichtsdenkmäler, die an diese Epoche der Mindener Stadtentwicklung heute noch erinnern.

Lange Jahre standen den NATO-Streitkräften in Minden fünf Kasernenanlagen zur Verfügung; davon wurden vier durch das 1. Britische Korps belegt. In der fünften Kaserne – nach dem Herzog von Braunschweig benannt – wurden und werden bis heute Pioniere der Bundeswehr ausgebildet.


Die Anfänge in der Nachkriegszeit

Als am 3. Februar 1959 Minden wieder Garnisonstadt der Pioniertruppe wurde und die ersten Soldaten im Stadtbild zu sehen waren, gehörte es zu den Verpflichtungen des ersten Kommandeurs der Nachkriegszeit in Minden, Oberstleutnant Buchhorn, die jungen Soldaten der Bundeswehr in die Bürgerschaft zu integrieren. Es galt, Ressentiments und Skepsis abzubauen, Unklarheiten zu beseitigen, aber auch die Welle der Sympathie zu nutzen, die von weiten Teilen der Bevölkerung entgegengebracht wurde. Die Aufgabe der Pioniere, „Brücken zu schlagen“, wurde auch zum Ziel der Öffentlichkeitsarbeit gemacht. Während sich die Truppe bemühte, einen Einblick in ihren Auftrag zu geben, zeigten sich Stadt und Bürgerschaft den sachlichen und menschlichen Problemen aufgeschlossen und boten Hilfestellung an. In kurzer Zeit etablierten sich die Bundeswehrpioniere und bewährten sich bei Hilfeleistungen und in Katastrophenfällen.


Kontakte zum Bürgerbataillon

In der Folgezeit entwickelten sich zwischen den Einheiten des damaligen schweren Pionierbataillons 110 und den Kompanien des Bürgerbataillons vielfache Kontakte. Es wurden Kameradschaftsabende und Weiterbildungsveranstaltungen regelmäßig durchgeführt. Vergleichsschießen, Fußballspiele und andere Aktivitäten ergänzten das Bild gemeinsamer Unternehmungen. Den Soldaten wurde Umfang des Engagements und Ausmaß des Einflusses des Bürgerbataillons auf das gesellschaftliche Leben Mindens besonders bei den Freischießen deutlich. Dem guten Brauch der Stadt Minden und ihrer Geschäftswelt folgend, erhielten auch alle Soldaten des Standortes am Haupttag des Freischießens dienstfrei.

Als die Pioniergarnison Minden im Laufe der Jahre wuchs, setzten sich die partnerschaftlichen Beziehungen zwischen Bürgern und Soldaten fort. Die Aufstellung des Amphibischen Pionierbataillons 130 und die Verlegung des Stabes Pionierkommando 1 von Münster nach Minden schufen seinerzeit neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit. Die beiden Führungsebenen, Stab Bürgerbataillon und Stab Pionierkommando 1, stimmten alle Planungen und gemeinsamen Vorhaben aufeinander ab. Die festen Patenschaften zwischen den Einheiten blieben davon unberührt. Dies wird noch heute so gehandhabt, unabhängig vom Wechsel in den Truppenteilen und der Patenschaften.

Nach Umstrukturierungen in der Bundeswehr und am Standort Minden wurde die Pionierbrigade 100, das schwere Pionierbataillon 130, sowie das Kraftfahrausbildungszentrum in Minden stationiert.

Im Sommer 2007 wechselten die Mindener Pioniere in Regimentsgröße zur 1. Panzerdivision Hannover.

Mit der Umstrukturierung von der Brigade zum Regiment schrumpft die Zuständigkeit des Mindener Standortes von 4300 auf 2700 Kräfte bis zum Ende des Jahres. Das Pionierregiment 100 ist mit Stab und Stabskompanie sowie dem schweren Pionierbataillon 130 in Minden vertreten. Zudem gehört ihm das Panzerpionierbataillon 1 in Holzminden an.

Link: 1. Panzerdivision