4. Kompanie / Die Vierte und ihre Patenkompanie

Die ersten Kontakte zur Bundeswehr seitens der Vierten Kompanie wurden am 07.Dezember 1959 im Ratskeller geknüpft. Im Protokollbuch der Kompanie ist nachzulesen:

„Am 07. Dezember 1959 trafen sich die Hauptleute des Pionierbataillon Minden mit den Kompaniechefs des Bürgerbataillon im Ratskeller zur persönlichen Fühlungsaufnahme. Hierzu sprach unser Hauptmann (Hptm Pommerenke) in anerkennenden Worten. Mit diesem Treffen sollte eine alte Tradition wieder wachgerufen werden, um die Verbundenheit zwischen Wehrmacht und Bürgerbataillon wieder zu zeigen.“

Aber es dauerte bis zum 29.10.1960 bis er zum ersten Vergleichswettkampf zwischen der Bundeswehr (Unteroffiziere der 4./sPiBtl 110) und dem Bürgerbataillon (Vierte Kompanie) kam. Anlässlich dieses Schießens wurde vom damaligen Kompaniechefvertreter der 4./sPiBtl 110, Herr Leutnant Schriewer, ein Wandteller überreicht. Es muss wohl eine gelungene Veranstaltung gewesen sein. Denn so vermerkt es das Protokollbuch „man trennte sich erst zu später Stunde.“

Am 15. Oktober 1964 wurde dann die 4./schweres Pionierbataillon 110 umbenannt in die 2./schweres Pionierbataillon 120 und gehörte damit zum schweren Pionierbataillon 120 in Barme – Dörverden. Diese Kompanie verblieb aber bis ins Jahr 1972 in Minden ehe sie nach Barme – Dörverden verlegte. Der damalige Kompaniechef der Patenkompanie Hauptmann Loudin überreichte zum Abschied ein Erinnerungsfahnenband.

Im Jahre 1972 wurde dann in Minden das Amphibische Pionierbataillon 130 neu aufgestellt. Die Vierte Kompanie hatte dabei das Glück, dass ein Kamerad aus ihrer Mitte in der 1.Kompanie dieses Bataillons Kompaniefeldwebel wurde, es war der leider viel zu früh verstorbene Vizefeldwebel Rudi Witte. Aufgrund dieser Konstellation konnte eine Verbindung zwischen diesen beiden Kompanie hergestellt werden. So ist es auch nicht verwunderlich, das sich am 10. November 1973 die Stabs- und Versorgungskompanie des Amphibischen Pionierbataillons 130 ( 1./130 ) und die vierte Kompanie des Mindener Bürgerbataillons am „Blauen See“ in Lerbeck zum Austausch von Patenschaftsurkunden trafen.

Diese Patenschaft besteht auch heute noch, nur lautet die Bezeichnung nicht mehr Ampibisches Pionierbataillon 130 sondern durch Umgliederung der Bundeswehr mittlerweile schweres Pionierbataillon 130.

Von beiden Kompanien organisierte Veranstaltungen wie Vergleichsschießen, Preisskat, Beteiligungen an Kompanieversammlungen, Tanzveranstaltungen, das Grünholen, den Ausmärschen beim Freischießen sowie Einladung zu Übungen in Guntersblum und Ingolstadt schlossen das kameradschaftliche Band immer fester und führten zu einer Freundschaft, die sich über Jahre hinaus bewährte.

Seit 1999 wird in Gedenken an den ehemaligen Kompaniechef der Vierten Kompanie der „Hauptmann Thomas Gössling Pokal“ ausgeschossen. In der Ausrichtung dieses Schießens wechseln sich beide Kompanie ab. Derzeitiger Inhaber des Wanderpokals ist unsere Patenkompanie die 1./130.

Mehrere Dienstgrade der Patenkompanie wurden aktive Mitglieder in der „Eisernen Vierten“ und halten ihr auch noch heute die Treue.

Es war und ist stets die Verpflichtung der Kompaniechefs beider Kompanie sowie der Kompaniefeldwebel und Unteroffiziere, aktiv und mit Eifer darauf hinzuwirken, dass trotz Fluktuation das kameradschaftliche Band nicht gelockert wird.

Die 1973 eingegangen Patenschaft hat die Beziehungen zwischen den beiden Kompanien verstärkt und vertieft und fanden einen ihrer Höhepunkte in der Verleihung eines Fahnenbandes durch den BtlKdr Herrn Oberstleutnant Felka.