Freischießen aus Sicht des Tambourkorps

Freischießen aus Sicht des Tambourkorps

Freischießen aus Sicht des Tambourkorps 380 160 Mindener Bürgerbataillon e.V.

Freischießen war voller Erfolg

Es war ein denkwürdiges Fest – und auch der Wettergott war dem Bürgerbataillon dieses Jahr ein wenig gnädiger als im Jahr zuvor.

Gewehre wurden gereinigt, Sattel geputzt und Instrumente geölt – Theken gebaut, das Material zusammengesucht, Gräber geschmückt und Urkunden gedruckt. Nach endlosen Terminen im Vorfeld begann das Freischießen für die Tamboure am Mittwoch mit dem traditionellen Grünholen. Offiziell wurde das große Fest zwischen Rathaus und Dom dann am Donnerstag Abend durch den „Marsch des Stadtmajors“ vor dem Rathaus eröffnet.

Ausgezeichnet beim „Appell der Tamboure“ wurden mit der Verdienstmedaille in Gold: Ehren-Feldwebel Willy Casselmann; mit der Verdienstmedaille in Silber: Stadtmajor Wolfgang Meinhardt, Hauptmann à la suite Günter Kahre, Hauptmann Dieter Leis, Ehren-Vizefeldwebel Eckhard Nünke, Vizefeldwebel Wolf-Peter Fieber. Befördert zum Vizefeldwebel wurden Wolf-Peter Fieber und Helmut Schwarze; zum Unteroffizier: Sven Heinrich, Jens Husmeier, Frederick Kollmeyer, Stefan Müller, Patrick Zander und Uwe Zenke.

Nach dem Appell begeleitete das Tambourkorps, zusammen mit dem Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Minden, die Fahnenabordnung zur Segnung der Fahnen in der Ratskirche und anschließend zum Rathaus. Im Anschluss daran endete der Freischießen-Donnerstag mit der Serenade auf dem Kleinen Domhof.

Am Freitag trat das Tambourkorps zusammen mit der Wachkompanie an und marschierte auf dem Marktplatz auf. Nur wenige Minuten später ging es mit der Traditionsgruppe der 2. Kompanie vom Prinz Friedrich aus zum Antreten bei der 2. Kompanie (Königskompanie). Im Anschluss daran waren die Tamboure dann noch im Dienste der Eskadron unterwegs: Wir begleiteten die Reiter, die dieses Mal jedoch zu Fuß unterwegs waren, bis zu ihrem Standquartier. Von 19.00 bis 3 Uhr verrichteten die Kameraden des Tambourkorps dann den Wachdienst und schritten mit den Kompanien aus um Verbrechen zu bestrafen und für Zucht und Ordnung zu sorgen.

Um 19.30 Uhr trat das Tambourkorps dann beim Ratsempfang an – und erhielt zur großen Überraschung aller Kameraden die höchste Auszeichnung im Mindener Bürgerbataillon – eine Eintragung ins Ehrenbuch. Tambourmajor Zander stand den Tränen nahe – denn damit hatte wirklich niemand gerechnet – gab es im Vorfeld sogar noch eine hitzige Diskussion über den zusätzlichen Termin am ohnehin schon stark belegten Freischießen. Um so größer war daher die Freude. Und so wurde noch lange in die Nacht hinein gefeiert.

Ein besonderes Highlight an diesem Freischießen war sicher die multimediale Präsentation an der Rathaus-Wand. Staunend und beeindruckt verweilten viele Gäste um sich über das Tambourkorps zu informieren. Für Stimmung sorgten die Mucke Boys im Biergarten des Tambourkorps.

Am Samstag marschierten wir wieder mit der 2. Kompanie aus, nach einem ordentlichen Frühstück mit unserer Patenkompanie. Dann ging es auf zum Simeonsplatz und die Parade-Aufstellung wurde eingenommen. Die Parade war ein wirkliches Highlight des Freischießens – mit nahezu 1.300 Mann. Vierzehn mal wurde der „Preußens Gloria“ wiederholt, bis das gesamte Bataillon mit allen Gästen und Freunden am Marktplatz vorbeimarschiert war. Nach dieser Anstrengung gab es ein Mittagessen mit unsere Patenkompanie und die Kameraden gingen zum Schießen in die Rathaustiefgarage – leider dieses Jahr ohne den besten Schuss abzuliefern. Von 13 bis 3 Uhr leisteten die Tamboure dann wieder Wachdienst laut Wachplan und traten um 18 Uhr zur Proklamation der neuen Könige vor der Bühne am Markt an. Am Abend war die Innenstadt dann mehr als gut besucht – hervorragendes Wetter und eine ausgelassene Stimmung sorgten für eine Feier, bei der unser Tambourmajor erst um 6 Uhr morgens ins Bett kam.

Am Freischießen-Sonntag begleitete das Tambourkorps dann den Kommandowechsel der 1. Kompanie mit musikalischer Untermalung, nachdem vor dem Rathaus aktuelle Werbefotos des Vereins geschossen wurden. Um 17.30 Uhr wurden dann unsere neuen Kameraden traditionell getauft und so zu vollkommenen Mitgliedern in unseren Reihen. Im Anschluss daran begleitete das Tambourkorps Stadmajor Meinhardt mit seinen Adjutanten bei der Proklamation des Kinder-Königs, die leider buchstäblich „ins Wasser fiel“.

Am Abend fand sich das Tambourkorps zum letzen Mal im Rathaus zusammen, um den traditionellen Obstler zusammen mit der Stifterin Frau Winter einzunehmen. Tambourmajor „Mücke“ Zander erheiterte die Runde mit Geschichte aus vergangenen Tagen. Dann fand der „Große Zapfenstreich“ vor dem Preußenmuseum, untermalt durch ein stimmungsvolles Feuerwerk, statt. Die Solopartien wurden, wie auch in den Jahren zuvor, von VFw Olaf Zander (Flöte) und Uffz Patrick Zander (Trommel) unter der Leitung von Tambourmajor Karl-Emil Zander gespielt.

Ein wirklich gelungener Abschluss für ein gelungenes und sehr erfolgreiches Fest – so bekam Tambourmajor Zander während des Freischießens auch noch den Grimpenorden der 6. Kompanie verliehen.

Das Tambourkorps blickt mit hohen und freudigen Erwartungen in die Zukunft. So wird in den kommenden Monaten ein neuer Marsch eingeübt werden um das Repertoire aufzufrischen – der erste „Neue“ seit fast 20 Jahren.

Das Bataillon und die Mindener Bevölkerung kann sich also überraschen lassen…